Historie

300 Jahre Brautradition in Rudolstadt

Am 28. Februar 1711 verlieh Ludwig Friedrich I. von Schwarzburg-Rudolstadt dem Gasthof  „Zum Wilden Mann“ am nördlichen Stadtrand von Rudolstadt neben der vollen Gastgerechtigkeit die fürstliche Erlaubnis, Bier und Breyhan zu brauen. Dieser Gasthof entwickelte sich im Laufe der Jahrhunderte zu einer etablierten mittelständischen Brauerei – der Pörzbrauerei – mit einem ausgezeichneten Ruf für gute Biere.

Untergang der Pörzbrauerei und Neubeginn

Zwei Weltkriege, Wirtschaftskrisen und 40 Jahre DDR konnten der Brauerei nichts anhaben. Nach der politischen Wende in der DDR erhielt der zuvor zwangsenteignete Alteigentümer den Traditionsbetrieb von der Deutschen Treuhandanstalt zurück. Zunächst ließ der Alteigentümer 1991 die Bierproduktion in Rudolstadt einstellen. Seitdem wird im Lohnbrauverfahren durch Fremdbrauereien produziert. Schließlich führte der Alteigentümer die Pörzbrauerei 1997 in die Gesamtvollstreckung.

Damit war das Ende der altehrwürdigen Pörzbrauerei besiegelt. Dies sollte aber nicht auch das Ende für die Tradition und Kultur eines eigenen Bieres für Rudolstadt sein: der Kaufmann Volker Spielmann sah die Chance für einen Neubeginn. Er erwarb aus der Gesamtvollstreckung die gewerblichen Schutzrechte, den Kundenstamm und das Inventar. Mit der 1997 neu gegründeten „Pörze Getränke e. K.“ führte Spielmann den eigentlichen Geschäftsbetrieb der Pörzbrauerei erfolgreich weiter. Fortan vertrieb Volker Spielmann die beliebten Biere exklusiv.
Auch räumlich wurde die Trennung zur untergegangen Pörzbrauerei vollzogen: Ende 2002 wurde der Firmenstandort in das ehemalige Ankerwerk verlegt. Dabei hatte Spielmann immer ein Ziel vor Augen: Wiederaufnahme des Braubetriebes. Leider kann er die Verwirklichung des Rolschter Brauhauses nicht mehr selbst erleben. Er  verstarb nach vielen krankheitsbedingten Rückschlägen Ende 2003.

Übernahme als Familienbetrieb

Der bereits seit Anfang 2003 in der „Pörze“ als Geschäftsführer tätige Kaufmann Rainer Wernicke gründete zum 01.01.2004 zusammen mit der Tochter und Erbin Nicole Spielmann das Nachfolgeunternehmen „Pörze Privatbrauerei KG“. Mitte  2010 übernahm der Sohn Lars Wernicke die Anteile von Nicole Spielmann. Somit befindet sich heute der Traditionsbetrieb im Besitz der Familie Wernicke aus Rudolstadt. Im Sommer 2012 wurde der Firmensitz  in attraktive Räumlichkeiten in den Rudolstädter Norden „An der Rinne 3“ verlegt.

Alte Marke in neuem Gewand

Unablässig wird auch jetzt das Ziel einer eigenen Braustätte weiterverfolgt – ein Brauhaus für Rudolstadt: das Rolschter Brauhaus. Aufgrund der wechselvollen Geschichte um die ehemalige Pörzbrauerei, deren Untergang und dem neuen Standort erschien eine Lösung von dem Namen „Pörze“ sinnvoll. Bereits seit 2006 wurde behutsam die Marke „Pörze“ durch die Marke „Rolschter“ ersetzt. Alle Biere der „Pörze“ werden heute ausschließlich nur noch als „Rolschter“ in Verkehr gebracht. Das Rolschter Brauhaus hat seine Geschichte in der ehemaligen Pörzbrauerei. Nach dem Untergang der Pörzbrauerei wurde die Geschichte der „Pörze“, und damit die Brautradition in Rudolstadt einzig und allein ununterbrochen durch das heutige Rolschter Brauhaus fortgeführt. Daher haben wir uns inzwischen vollständig von der Marke „Pörze“ verabschiedet.  Einzig die Marke „Rolschter“ steht heute für beste Biere aus einem Rudolstädter Familienbetrieb.